Dienstag, 25. Februar 2025

Leonie Kramer – Zwirntod (Der Handarbeitsclub ermittelt)

„Zwirntod“ ist bereits der dritte Roman im Bunde, womit die deutsche Autorin Leonie Kramer die Kriminalreihe des sogenannten Madlfinger-Handarbeitsclubs weiterhin fortsetzt. Auch dieses wurde wieder durch den Blanvalet Taschenbuch Verlag sowohl physisch in Form eines Taschenbuchs, als auch als digitale E-Book Variante in den deutschsprachigen Handel gebracht und sollte seit der Veröffentlichung am 20. November 2024 in jeder gutsortierten Buchhandlung zu finden sein, die bestenfalls auch die beiden vorherigen Krimis „Maschenmord“ und „Wollwut“ im Regals stehen hat um als Neuling die Geschichte von ganz vorne an kennenzulernen. Wie ihr euch schon denken könnt, haben auch wir vor kurzem ein physisches Exemplar dieses Buchs, welches aus vierhundertdreiunddreißig Seiten besteht, erhalten und es uns natürlich nicht nehmen lassen und vorab für euch mit dessen Inhalt auseinanderzusetzen, um auch euch hier einen kleinen Einblick gewähren zu können, ohne euch jedoch dabei zu viel zu verraten, um die Spannung hierbei möglichst aufrecht zu erhalten. Wieder einmal herrscht in Madlfing helle Aufregung als bei Renovierungsarbeiten beim örtlichen Gasthof „Zum Lindenwirt“ eine bereits skelettierte Leiche gefunden wird. Zunächst vermutet man noch einen archäologisch-historischen Fund, doch diese Hoffnungen werden schnell zunichte gemacht, als man an den Füßen dann auch noch Turnschuhe entdeckt. Schnell wird klar, dass es sich hierbei um ein Verbrechen oder einen tragischen Unfall handeln muss, wobei letzteres doch sehr unwahrscheinlich klingt. In Madlfing ist vor rund vier Jahrzehnten Mathias Neuner spurlos verschwunden, dessen Ideen für die Gestaltung im Ortsgeschehen seinerzeit für Unruhen sorgte – gut möglich, dass er von höheren Mächten kurzerhand aus dem Weg geräumt wurde. Als Tatwaffe dürfte hier ausgerechnet eine Spindel aus dem Handarbeitsbereit gelten. Da niemand je von Neuners Verbleib gehört hatte, stehen die Chancen hoch, ihn nun entdeckt zu haben. Hierbei handelt es sich zunächst jedoch um reine Spekulationen, denn aus welchen Gründen auch immer, versucht plötzlich irgendjemand die laufenden Ermittlungsarbeiten mit allen Mitteln zu sabotieren, was soviel bedeutet, dass jemand nicht möchte dass hierdurch etwas ans Licht gerät, was für lange Zeit als unentdeckt galt. Vermutlich, um von den Untersuchungen abzulenken oder möglicherweise auch damit wie Wahrheit nie ans Licht kommt, bekommen es die Polizei sowie der Madlfinger Handarbeitsclub, welcher Ermittlungen auf eigene Faust zur Hilfe der örtlichen Polizei durchführt, es mit einem weiteren mysteriösen Todesfall zu tun, welcher alles andere als nur Zufall zu sein scheint. Dadurch gestalten sich die Aufklärungsversuche alles andere als einfach, doch dem berüchtigten Handarbeitsclub wird es mit Sicherheit gelingen auch in ihrem dritten gemeinsamen Fall wieder auf die richtige Fährte zu kommen und diesen gemeinsam mit der Polizei unter der Führung von Kommissar Wallenstein restlos aufzuklären und den Tätern letztendlich das Handwerk zu legen, damit sich die Madlfinger Gesellschaft so rasch als möglich wieder in Sicherheit wiegen kann. Was sich einem bei dieser Buchveröffentlichung letztendlich bietet, ist eine spannende Geschichte in Form eines Kriminalfalls, bei welchem vor allem Spannung aber auch der Humor nicht zu kurz kommen. Der Inhalt ist genau so aufgebaut, wie man sich das ländliche Leben vorstellt, wenn es zu einem kuriosen Fall wie einem solchen kommt. Den einen bietet es Unterlage für den Dorfklatsch, den anderen genügend Adrenalin, um kurzerhand selbst die Sache in die Hand zu nehmen in der Hoffnung ein grausames Gewaltverbrechen möglichst rasch aufzubereiten. Der Schreibstil der Autorin Leonie Kramer gestaltet sich sehr kurzweilig, sodass es einem sehr leichtfällt, die Seiten des Buchs regelrecht zu verschlingen. Die Charaktere wurden hier sehr gut und detailreich umschrieben, sodass sie einem beim Lesen sehr lebendig und realitätsnah erscheinen. Die Spannung ist bis zum Schluss gegeben, sodass man vom Anfang bis hin zur letzten Seite sehr aufmerksam mitverfolgen möchte, was sich hier in der fiktiven Geschichte rund um Madlfing zugetragen hatte. Am Ende findet man, wie auch in den beiden vorherigen Romanen außerdem auch noch eine Handarbeitsanleitung, wo man sich dieses Mal den Wadlstrümpfen widmet, sodass man also nach dem Eintauchen in die Geschichte am Ende noch selbst ein Teil des Handarbeitsclubs werden darf. Alles in allem hat sich dieses Buch insgesamt neun unserer möglichen zehn Bewertungspunkte verdient, sodass wir euch „Zwirntod“ zweifellos gerne weiterempfehlen können.

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Thomas Krüger – Es Rappelt In Der Kiste

Viele Jahre lang war Thomas Krüger als Journalist für Tageszeitungen und Magazine tätig und sorgte dort bereits anhand seiner markanten Schreibstils für Begeisterung unter den Lesern, sodass er seine Begabung entsprechend ausbauen und sich als Buchautor ein zweites Standbein aufbauen wollte. Daraus entstanden zahlreiche Hör- und Kinderbücher die sich unter anderem auch gut verkauften, sodass er sich parallel auch seinen ersten Erwachsenen-Romanen widmete die nicht minder Erfolgreich waren. Mit „Es Rappelt In Der Kiste“ erscheint am 11. Dezember 2024 durch den Heyne Verlag nun sein neuerster Krimi, der insgesamt vierhundertvierundsechzig Seiten umfasst und sowohl im Taschenbuch-Format sowie auch als digitale E-Book-Variante erhältlich sein wird. Der durchaus witzig klingende Titel des Buchs hat uns neugierig gestimmt, sodass wir es uns nicht nehmen haben lassen uns hier bereits vorab für euch einzulesen und euch die wichtigsten Einzelheiten hierzu niederzuschreiben, ohne jedoch zu viel daraus zu Spoilern, damit auch euch im Falle eines bevorstehenden Kaufs die Spannung und Freude am Buch erhalten bleiben. Dieses Buch spiegelt die Geschichte des Friedhofgärtners Konrad Leisegang wider, welcher bereits seit vielen Jahren am Melaten-Friedhof in Köln arbeitet und dort wahrlich die Ruhe genießt. Den Friedhof betrachtet er als eine Art Zufluchtsort, an welchem er in aller Ruhe seinen Gedanken nachgehen kann. Als Konrad wieder einmal dabei war seiner üblichen Arbeit nachzugehen und dabei war ein altes Grab zu räumen um es für andere Familien entsprechend freizumachen. Dies bleibt nicht ohne Folgen, denn unter einer Leiche stößt er auf eine weitere, sodass bald darauf schon Mordverdacht besteht. Zur selben Zeit ereignet sich auf einem Passagierflug von Bogotá nach Deutschland ein Todesfall, der vermeintlich natürlich passiert sein soll. Die Leiche wird direkt nach der Landung der Rechtsmedizin übergeben, die Aufklärung über die genaue Todesursache schaffen soll. Diese grenzt direkt an den Friedhof an, auf welchem Konrad tätig ist. Damit ist es jedoch mit den mysteriösen Todesfällen längst noch nicht zu Ende, denn bald darauf wird im nahegelegenen Medizin-Institut auch ein toter Wachmann vorgefunden, sodass fortan feststeht, dass diese Fälle auf irgendeine Art und Weise zusammenhängen müssen und man es hier möglicherweise gar mit einem Serienmörder zu tun hat. Mit Unterstützung des Schülers Martin macht sich Konrad daran der seriellen Todesfälle nachzugehen und die Fälle rund um die grüne, sonst eigentlich so ruhige und friedliche Idylle nachzugehen und versucht die zugetragenen Ereignisse entsprechend aufzuklären. Dabei hat er sich etwas zur Aufgabe gemacht, was alles andere als ungefährlich ist, denn durch seine Schnüffeleien gerät Konrad schon bald selbst ins Visier der mutmaßlichen Mörder und muss daher bald schon um sein eigenes Leben fürchten. Besonders Makaber daran ist, dass der eigentliche Totengräber sich im umgekehrten Sinne noch nicht so bald auf dem Kölner Melaten-Friedhof wiederfinden möchte. So setzen er und Martin alles daran den düsteren Gestalten zu entfliehen und ihnen aber zugleich das Handwerk zu legen um sie letztendlich der Polizei für eine gerechte Strafe zuzuführen, sodass die kürzlich verstorbenen am Ende tatsächlich in Frieden ruhen können. Mit „Es Rappelt In Der Kiste“ bietet sich einem hier wie es sich bereits herauskristallisiert, ein sehr aufgeweckter und sehr spannend erzählter Kriminalroman, wobei Autor Thomas Krüger einen sehr flüssigen und interessanten Schreibstil an den Tag legt, dem man als Leser sehr gerne aufmerksam folgen möchte. Die hier dargebotene Erzählung über Mordgeschehen inmitten von Köln und einem der dort befindlichen Friedhöfe, ist sehr detailreich umschrieben und hat auch die notwendige Kombination aus Humor und Spannung, wodurch das Buch durchwegs bis zum Ende auch interessant bleibt und sein Publikum unseres Erachtens auch auf jeden Fall bei Laune hält. Das Buch bringt sehr interessante und zugleich auch etwas außergewöhnliche Charaktere mit sich die sich mit frischen Dialogen begegnen. Die Handlung an sich ist derart gut umschrieben, sodass man das Ende bis zum Schluss nicht wirklich erahnen kann, wodurch das Interesse als Leser auf jeden Fall gegeben ist, dies herauszufinden. Aufgrund der Vielfältigen Wendungen innerhalb der Geschichte, kann man sage, dass sich Thomas Krüger hier tatsächlich allergrößte Mühe gegeben hat, hier bis hin zum Ende nicht zu viel zu verraten und die Leserschaft stets neugierig zu machen. Am Ende jedoch erhält man eine zufriedenstellende Auflösung, die man so in dieser Form möglicherweise gar nicht hat kommen sehen.  Liebhaber von spannenden Krimis, jedoch auch von skurrilem Humor, kommen hierbei zweifelsohne auf ihre Kosten. Das Buch an sich wurde inhaltlich sehr gut aufgegliedert und wirkt auch in seiner Kapitel-Gestaltung sehr übersichtlich. Der Autor ist mit den beschriebenen Örtlichkeiten des Buches sehr Vertraut gewesen, sodass man sagen kann, dass er sich rund um den Aufbau der Handlung und dazugehörigen Kulisse gewiss einige Stunden den Kopf zerbrochen haben muss um am Ende eine so detaillierte und absolut überzeugende Geschichte aufs Papier zu zaubern. Alles in allem hat uns der Krimi-Roman „Es Rappelt In Der Kiste“ sehr von sich überzeugt, sodass wir diesem Buch in unserer Gesamtwertung sehr gerne insgesamt achteinhalb unserer möglichen zehn Bewertungspunkte geben möchten und euch dieses mitunter auch gerne weiterempfehlen. Es bleibt zu hoffen, dass Thomas Krüger in naher Zukunft noch weitere gute Werke wie dieses in den Handel bringen wird, denn mit Geschichten wie dieser, steht seinem weiteren Erfolg als Autor absolut nichts im Wege.

Montag, 18. November 2024

Till Lindemann & Joey Kelly – Der Rhein – Tiefe Wasser sind nicht still

Nach
„Yukon“ und „Amazonas“ folgt nach einer Verschiebung von einem Jahr nun endlich 
der dritte Bildband von Rammstein Legende Till Lindemann und Kelly Family Mitglied und Sport-Ikone Joey Kelly. Es handelt sich hierbei um das dritte Buch ihrer Fluss-Reihe, welches dieses Mal den Titel „Der Rhein – Tiefe Wasser sind nicht still“ trägt und im Vertrieb durch den Frederking u. Thaler Verlag am 08. November 2024 in seiner Erstauflage in gebundener Form den Weg in die Buchhandlungen gefunden hat. Dass Joey Kelly und Till Lindemann eine langjährige Freundschaft verbindet, ist einerseits bekannt – andererseits haben wir euch hierauf bereits in der Vergangenheit schon mal drauf hingewiesen. Lindemann ist zudem auch Patenonkel von Joey Kellys ältestem Sohn – eine weitere Tatsache, die auf jeden Fall verbindet. Die beiden verbindet jedoch auch die Reiselust sowie auch die Begeisterung fürs Extreme, sodass sie sie gerne mal den ein oder anderen gemeinsamen Trip planen, wie es auch hierbei wieder der Fall war, wobei sie eine Reise rund um das Gebiet des Rheins auch anhand fotografischen Aufnahmen mitdokumentiert haben und das dabei erlebte auch mit ihrer Fangemeinde teilen möchten, denn ein solch eindrucksvolles Erlebnis bleibt im Gedächtnis und insbesondere durch die entstandenen Bilder wird es auch den beiden selbst visuell immer wieder mal vor Augen geführt. Der Rhein schlängelt sich von den Alpen zur Nordsee durch atemberaubende Landschaften und verbindet mehrere Länder und Kulturen. Historische Städte wie Köln, Mainz oder Basel, schmücken die Ufer des Rheins und erzählen ihre jahrhundertealten Geschichten. Dieser Bildband bringt hochwertige, wenn teilweise auch farblich korrigierte Aufnahmen mit sich, die einen schon ins Staunen versetzen und zudem auch ein wenig Fernweh bereiten. In kurzen Textpassagen schildern Till Lindemann und Joey Kelly ihre gemeinsame Reise, welche man hier in zahlreichen, atemberaubenden Lichtbildaufnahmen zu Gesicht bekommt. Abgerundet werden die Seiten zwischendurch immer wieder von Gedichten und Reimen aus der Feder von Till Lindemann, so wie er es auch schon in den beiden vorhergehenden Bänden gemacht hat. Auch dieser dritte Bildband weiß anhand der Aufnahmen mit der perfekten Kombination von Lyrik von sich zu überzeugen und knüpft definitiv an die beiden Bände „Yukon“ und „Amazonas“ an. Die textlichen Passagen der Autoren sowie die Gedichte lockern das Buch gut auf. Die Texte sind nicht zu lang gehalten, sodass man diese gerne auch liest und damit auch recht schnell wieder durch ist. Lindemann und Kelly erzählen im Interview, worin ihre Faszination für den Strom im Herzen Europas liegt. Der Preis für das Buch beträgt im Schnitt an die hundert Euro – zugegeben für den einfachen Leser oder Fan doch eine stolze Summe. Wer eines der Bücher jedoch bereits in seinen Händen halten durfte weiß, dass man hier jedoch auf Qualität gesetzt hat und dieses sowohl mit einem Leinen-Einband als auch hochwertigen Bildaufnahmen in erstklassigem Druck versehen hat. Die Anordnung und Gestaltung der Seiten sind ebenso sehr überzeugend, sodass man beim Betrachten der Bilder auf jeden Fall gut unterhalten wird. Letztendlich kann man sagen, dass man in diesem Buch vielerlei Eindrücke rund um die Gegend des Rheins, als auch in poetischer Hinsicht erhält, denn sowohl der Reiseverlauf als auch die Niederschriften von Till Lindemann wurden hier bestens in Szene gesetzt. Wer schon eines der Gedicht-Bände von Till Lindemann gelesen hat, weiß in welcher Art und Weise man hier etwas zu lesen bekommt – Fans, die sich unter anderem auch mit seinem musikalischen Werdegang auseinandersetzen werden, hierbei gewiss auf ihre kosten kommen und begeistert sein. Fotograf Thomas Stachelhaus hat die Momente der beiden sehr gut eingefangen, sodass zu hoffen bleibt, dass dieser auch bei einer eventuellen nächsten Reise wieder mit dabei sind. Weltweit gibt es immer sehr viele Gebiete, die sich dazu anbieten um auch von Till Lindemann und Joey Kelly entdeckt zu werden und sofern die beiden nicht gerade mit musikalischen oder sportlichen Aktivitäten im Einsatz sind, wird sich auch eine weitere Reise und damit auch im besten Fall ein weiterer Bildband mit Sicherheit einrichten lassen. Insgesamt haben wir so auch vom dritten Buch einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Die Aufnahmen wirken sehr lebendig und realitätsnah, sodass man am Ende das Gefühl hat, die beiden begleitet zu haben. Till Lindemann und Joey Kelly haben mithilfe aller beteiligten definitiv alles richtig gemacht, sodass wir für den Bildband „Der Rhein – Tiefe Wasser sind nicht still“ zweifelsohne neun unserer möglichen zehn Bewertungspunkte geben und euch dieses Buch auf jeden Fall auch weiterempfehlen können.

(C) ZVG

(C) ZVG

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Gewinnspiel: Bei uns habt ihr nun die Möglichkeit 1x1 hochwertiges Buch von Till Lindemann & Joey Kellys „Der Rhein“ zu gewinnen. Verratet uns ganz einfach, wann der erste Band „Yukon“ in seiner Erstauflage erschienen ist, und schon landet ihr in unserem Lostopf. Schickt uns eure Antworten gemeinsam mit eurem Namen und eurer Anschrift an socmag@gmx.at Teilnahmeschluss ist am 30. November 2024. Eure Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt, nicht an Dritte weitergegeben und dienen lediglich zur Gewinnermittlung. Es ist keine Barablöse des Gewinns möglich.

Sonntag, 3. November 2024

Thomas Stipsits - Allerheiligen-Fiasko (Ein Stinatz-Krimi)

Es ist der mittlerweile vierte Stinatz-Krimi rund um Gruppeninspektor Sifkovits, der in seiner Heimat wieder alle Hände voll zu tun bekommt, welchen der erfolgreiche Kabarettist, Schauspieler, Gelegenheitsmusiker und Autor Thomas Stipsits nun mit dem am 24. Oktober 2024 „Allerheiligen-Fiasko“ erschienen ist. Dieses Buch wurde durch den Carl Ueberreuter Verlag sowohl in physischer Form als auch als digitale E-Book variante veröffentlicht und umfasst insgesamt einhundertsechsundsiebzig Seiten, die voller Spannung stecken, was die Leserschaft mit Sicherheit auch dieses Mal wieder dazu animieren wird, dieses Schriftstück nahezu in einem Stück zu verschlingen. Auch wir haben dieser Tage ein Exemplar des „Allerheiligen-Fiasko“ erhalten und es uns selbstverständlich nicht nehmen lassen, auch hier wieder vorab für euch hineinzulesen um euch die wichtigsten Einzelheiten rund um de Inhalt, die Gestaltung und die Schreibweise vorab berichten zu können. Allerheiligen ist schon ein ganz besonderer Feiertag – zumindest ist er das in der überschaubaren burgenländischen Idylle Stinatz, denn dort könnte man meinen, dass dieser Tag mindestens genauso Bedeutung für den Ort hat wie etwa der Opernball für Wien. Somit herrscht in Stinatz bereits einige Tage zuvor helle Aufregung, wenn es darum geht, rechtzeitig davor Grabdekoration, Blumenschmuck und Grablichter zu besorgen um am örtlichen Friedhof die Gräber wieder auf Vordermann zu bringen und an diesem Tag ganz besonders die verstorbenen Verwandten zu ehren und diesen zu Gedenken. Insbesondere stehen dabei jene Menschen im Vordergrund, die im Laufe des vergangenen Kalenderjahrs aus dem Leben geschieden waren. Auch an Gruppeninspektor Sifkovits gehen diese Feierlichkeiten nicht spurlos vorbei, und das obwohl er die meiste Zeit über aufgrund seines Berufes in der Landeshauptstadt Eisenstadt verbringt. Sifkovits kehr jedoch immer wieder gerne in seine alte Heimat zurück – insbesondere, wenn es darum geht seine Mutter Baba zu besuchen. Da es kurz vor Allerheiligen ist, bindet sie Sifkovits kurzerhand in die Zeremonien ein und bittet ihren Sohn ihr noch ein paar Grablichter zu besorgen und ihr dabei zu helfen Striezel zu flechten. An Allerheiligen selbst scheint wieder einmal die ganze Gemeinde zusammengekommen zu sein um den Verstorbenen am örtlichen Friedhof in aller Stiller gemeinsam zu gedenken, dabei entzündet nahezu jede Familie ein Grablicht, sodass man abends ein wahres Kerzenmeer am Friedhof entdecken kann, welche diesen wunderschön erstrahlen lässt. Doch so wunderschön dies für die Einwohner der Gemeinde auch sein mag umso grauenhafter ist es, dass man noch am selben Tag Schulwart Pepi Grandits in seinem Keller hängend vorgefunden hat. Natürlich ist die Polizei rasch zur Stelle und laut ersten Erkenntnissen deutet alles darauf hin, dass sich das vermeintliche Opfer selbst das Leben genommen hat. Selbstverständlich ist auch Sifkovits wieder mit von der Partie und versucht den Fall auf seine ganz eigene Art und Weise aufzudecken – die wie man bereits in der Vergangenheit beobachten durfte – auch zum Erfolg führt. Bei dem Toten wurde auch ein Abschiedsbrief entdeckt – ein weitetes Indiz dafür, dass er aus welchen Gründen auch immer, Selbstmord begangen hat. Inspektor Sifkovits jedoch hat da eine ganz andere Theorie, denn für ihn wirken die Szenen des Leichenfundorts ganz anders, sodass durchaus davon auszugehen ist, dass Pepi Grandits nicht von alleine in die Schlinge gesprungen sein dürfte. Selbstverständlich geht Sifkovits dem nach und lässt dabei auch die alten Damen der sogenannten „Kopftuchmafia“ nicht außer Acht, die im Dorf immer ein offenes Auge sowie ein offenes Ohr haben und dabei nahezu alles rund um das Ortsgeschehen mitbekommen und liefern dem Inspektor auch diesmal allerhand nützliche Informationen, sodass er, selbst gegen den Willen seines Vorgesetzten – sich immer intensiver mit diesem Sterbefall auseinandersetzt und gegen Ende vor einem wahren Fiasko zu stehen scheint bei welchem seine Welt ordentlich auf den Kopf gestellt wird. Dennoch lässt er nicht locker und erweist am Ende doch wieder das richtige Gespür um das Ableben in Stinatz restlos aufzuklären. Mit viel Humor und Spannung steht Inspektor Sifkovits auch dieses Mal wieder im zentralen Mittelpunkt der Geschichte, die hier eine gelungene Fortsetzung bringt und eigentlich serien- oder filmreif wäre. Wie auch in den drei Vorgängern bietet sich einem in diesem Buch eine Geschichte, die man am liebsten am Stück verschlingen möchte. Aufgrund der Tatsache, dass dieses einhundertsechsundsiebzig Seiten umfasst, wäre es durchaus denkbar, dieses binnen weniger Stunden durchzulesen, sodass man hier eine großartige Alternative zum Fernsehprogramm geboten bekommt. Glücklicherweise wurde der erste Roman „Kopftuchmafia“ mittlerweile auch für das Fernsehen verfilmt, sodass man anhand von diesem auch auf den Bildschirmen ganz großes Kino geboten bekommt und letztendlich tatsächlich auch zeigt, was viele Leser sich bereits in ihren Köpfen bildlich vorgestellt hatten. Die Bücher „Kopftuchmafia“, „Uhudler-Verschwörung“ und „Eierkratz-Komplott“ verkauften sich überragend gut, sodass alle drei dieser Bücher jeweils mit einem Platin-Award ausgezeichnet wurden. „Allerheiligen-Fiakso“ ist auf dem Besten Wege sich dieser Erfolgsreihe anzuschließen, sodass man sowohl als Leser als auch als Film-Freund darauf hoffen darf, dass sowohl die Buchreihe als auch die Fernsehfilmreihe jeweils für sich ihre Fortsetzung finden werden. Auch nach diesem Buch verspürt man den Drang weitere Geschichten von Inspektor Sifkovits zu lesen, weshalb wir natürlich hoffen, dass weitere Ideen zu einer Fortsetzung der Geschichten rund um Stinatz vorhanden sind, die bald schon ihren Weg in weitere Niederschriften finden werden. Unsererseits können wir dieses Buch, welches sowohl als Taschenbuch als auch als E-Book erhältlich ist nur sehr empfehlen, weshalb wir auch hier wieder sehr gerne neuneinhalb unserer zehn Bewertungspunkte vergeben möchten. Dieses Buch steht seinem Vorgänger um nichts nach und hat dieses an Spannung sogar nochmals überboten.

Gewinnspiel: Wir verlosen unter allen Teilnehmern 3x1 Buch von „Allerheiligen-Fiasko“ wenn ihr uns folgende Gewinnfrage richtig beantworten könnt: „Welchem Kommissariat gehört Gruppeninspektor Sifkovits an?“ Wenn ihr die richtige Lösung wisst, so schickt uns eure Zuschriften gemeinsam mit eurem Namen und eurer Anschrift an socmag@gmx.at und mit ein bisschen Glück gehört eines der beiden Exklusivpakete schon bald euch. Eure Daten werden vertraulich behandelt, werden nicht an Dritte weitergegeben und dienen lediglich der Gewinnermittlung. Teilnahmeschluss ist am 17. November 2024. Eine Barablöse ist ausgeschlossen.

Samstag, 26. Oktober 2024

Thomas Gottschalk - Ungefiltert

Thomas Gottschalk zählt zweifelsohne zu den größten Entertainer der deutschen Fernseh- und Mediengeschichte, denn mit seinen Sendungen und Darbietungen ist es ihm gelungen sein Publikum über Jahrzehnte hinweg und in verschiedenen Generationsstufen zu unterhalten. Den meisten ist er vermutlich durch seine einzigartige Moderation der beliebten ZDF-Show „Wetten, Dass?!“ bekannt, die er zwar nicht selbst erfunden, jedoch maßstäblich geprägt hat wie kein anderer vor oder nach ihm. Gottschalk moderierte zuvor verschiedene Fernseh- und Radioshows und war unter anderem mit seinem Schauspielkollegen und langjährigen Wegbegleiter Mike Krüger auch in verschiedenen Filmen auf der großen Kinoleinwand im deutschsprachigen Raum zu sehen, wo er ebenso ein Millionenpublikum für sich begeistern konnte. Mittlerweile ist Thomas Gottschalk vierundsiebzig geworden, und obwohl man dachte, dass man ihn noch lange weiter in verschiedenen Formaten zu sehen bekommen wird, wird es nun langsam leiser um die Fernseh-Ikone. Er selbst sogar spricht davon, nun endlich seinen Ruhestand antreten zu wollen und seine Karriere letztendlich noch mit einem Buch abschließen zu wollen. Ob er es tatsächlich ernst meint, bleibt natürlich offen, das Schriftstück allerdings ist nun am 16. Oktober 2024 durch den Heyne Verlag in Form eines Hardcover-Buchs sowie auch als digitale E-Book-Fassung veröffentlicht worden. Da auch wir dieser Tage ein physisches Exemplar dieses Buchs erhalten haben, haben auch wir es uns nicht nehmen lassen vorab für euch in dieses hineinzusehen und uns in dessen Seiten einzulesen, um euch nun einen ersten persönlichen Eindruck hiervon zu vermitteln. Thomas Gottschalk ist ein Mann, den in der Öffentlichkeit alle irgendwoher kennen. Sei es von seinen Filmen in den Achtzigern, seinen früheren Radio-Moderationen, seinen legendären Wetten Dass…?!-Moderationen oder den unvergleichlichen Haribo-Webespots – nahezu jede Generation kann ihn irgendwo zuordnen, denn dieser ist ein wahres Multitalent und war seit den Achtzigern ein gerngesehener und vielgebuchter Entertainer, der seit gut einem Jahrzehnt dem Show-Business nach und nach den Rücken kehrt. Auch wenn er bei dem einen oder anderen neuen Format gerne mit dabei ist, ist von Glanz und Glamour der ihn insbesondere in den Neunzigern und nach der Jahrtausendwende schmückten nicht mehr viel übriggeblieben. Man kann hier in der Tat von einem TV-Dino oder TV-Urgestein sprechen, welches nun langsam müde wird und sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückzieht, um sein Privatleben in vollen Zügen auszukosten. Ganz auf ihn Verzichten müssen Fans allerdings glücklicherweise noch nicht ganz. In seinem neuesten Werk „Ungefiltert“ liefert Gottschalk Anekdoten aus seinem Privatleben und zeigt unter anderem auf, wie sehr sich die Gesellschaft im Laufe der Zeit verändert hat, sodass er sich nun scheinbar in einer völlig anderen Welt wiederfindet, in welcher im Vergleich zu früher nicht unbedingt alles besser geworden ist, da man mit viel mehr Einschränkungen und weitaus mehr modernen Benimmregeln zu rechnen hat, damit sich absolut niemand auf den Schlips getreten fühlt – für einen Moderator wie ihn, der das Herz auf der Zunge trägt, ist dies alles andere als einfach, weshalb er sich nach einem kurzzeitigen Comeback von Wetten Dass…?!, trotz guter Einschaltquoten dazu entschlossen hat, sich in den Ruhestand zu begeben, zumindest, was große Unterhaltungsshows, wie dieses betrifft, da sich eine Anpassung seiner Show mit seinem über die Jahre hinweg beliebten Moderationsstils nicht vereinbaren lässt.  Im Laufe der Jahrzehnte gab es diverse Themen wie beispielsweise das Gendern, oder verschiedene Frauenbewegungen die neue Regelungen, unter anderem auch im Unterhaltungsgeschäft mit sich brachten, die für manche, insbesondere der früheren Generation nur schwer zu verstehen aber durchaus Verständlich erscheinen. Der Wald an Geboten und Verboten ist mittlerweile jedoch so dicht verwachsen, dass sich hier kaum noch ein Mensch heraussieht, selbst jene, die dafür einst verantwortlich waren, finden sich nun in einem doch eher komplexen System wieder, das man möglicherweise gar nicht so intensivieren wollte. Was seinerzeit noch witzig erschien kann heute schnell in die Hose gehen und für zermürbende Schlagzeilen sorgen, weshalb man als Entertainer heutzutage nicht mehr so frei handeln kann wie seinerzeit. Thomas Gottschalk gibt sich in seinem neuen Buch tatsächlich sehr selbstkritisch und liefert dabei auch Einblicke in sein Privatleben, seinen einstigen Erziehungsmethoden, die heute garantiert Empörung hervorrufen, seinerzeit jedoch weitverbreitet waren und tatsächlich aber auch noch funktioniert hatten, im Vergleich dazu, wenn man sich andere Generationen ansieht, bei welchen viele Eltern ratlos und machtlos erscheinen. Gemeinsam mit dem Generationenforscher Dr. Rüdiger Maas versucht er die Regeln und Fallstricke zu verstehen. Sieht zu den Dingen, die sich verändert haben und versucht dies zu ergründen. Ebenso versucht er die Gegebenheiten der Gegenwart besser zu verstehen und gibt sich dabei sehr redselig und offen. (Selbst-)Ironisch blickt Gottschalk zurück und gibt sich dabei auch in seinem Buch ziemlich humorvoll, so wie man ihn einst schon kennen und im laufe der Jahrzehnte lieben gelernt hatte. Anhand seiner direkten Art zeigt er, dass er sich und seine gelebte Vergangenheit nicht zu verstecken braucht und auch dass so mancher Fauxpas in seinem Alter durchaus normal erscheint, denn Unterschiede und Entwicklungen zwischen den Generationen hat es immer schon gegeben. Wichtig ist nur, dass man darüber auch offen sprechen kann und darf, ohne damit gleich einen sogenannten Shitstorm auszulösen und dazu zu stehen. Die Zeiten von damals waren andere als heute, was sich aus diesem Buch ganz deutlich herauskristallisiert, selbst wenn sich Gottschalk hier zwar offen aber nicht ganz so detailreich in der Widergabe seiner persönlichen Wahrnehmung gibt. Der Titel „Ungefiltert“ scheint hier nur mäßig passend, da hierin bewusst oberflächige Erzählungen vorzufinden sind. Thomas Gottschalk liefert, oftmals in ironischem Ton, unterhaltsame Anekdoten und Einblicke in die deutsche Medienwelt der letzten Jahrzehnte, worin die tiefsinnigen Auseinandersetzungen jedoch ein wenig zu kurz geraten. Anstatt sich mit der Gegenwart gleichermaßen zu befassen und auch hierfür positive Aspekte zu finden, schwelgt die Ikone doch mehr in der Vergangenheit und erweckt den Eindruck als wäre die damalige Zeit weitaus besser gewesen als dir Gegenwart, was man jedoch nicht so stehen lassen kann, denn sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit hatten ihre Vor- und Nachteile – wichtig ist nur insbesondere die Vorteile daraus zu erkennen, um damit eine positive Zukunft gestalten zu können in welcher alle Generationen künftig zufrieden leben und sich den nötigen Respekt entgegenbringen können. Gottschalk weiß nicht nur sein Publikum, sondern auch seine Leserschaft bei Laune zu halten, denn das buch birgt einen sehr kurzweiligen und äußerst interessanten Schreibstil, sodass man gewillt ist, dessen Anekdoten aufmerksam mitzuverfolgen. In diesem Buch vereint sind viele berufliche als auch private Eindrücke, wobei das Privatleben eher nebensächlich und vielmehr immer nur oberflächlich behandelt wird, ohne dabei weiter in die Tiefe zu gehen, sodass man am Ende doch eine gefilterte Version eines Teils seiner persönlichen Lebensgeschichte erhält und man als Leser den Eindruck hat, als wolle sich der Entertainer am Ende doch nicht so weit offen, wie der Name des Buchs es zunächst anklingen lässt. „Ungefiltert“ ist dennoch ein unterhaltsames Buch, das vor allem langjährige Fans von Thomas Gottschalk ansprechen wird. Wer jedoch auf eine tiefere, reflektierte Auseinandersetzung mit seinem Lebenswerk oder seinen Ansichten hofft, wird sich am Ende vermutlich doch etwas mehr erhofft haben. Das Buch selbst erfüllt jedoch seinen Zweck als leicht konsumierbare Unterhaltung, sodass man am Ende hierfür dennoch eine Kaufempfehlung aussprechen kann und den insgesamt dreihundertzwanzig Seiten seines Lebens insgesamt siebeneinhalb unserer möglichen zehn Bewertungspunkte schenken kann.